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Neuer­schei­n­ung: Die Bau­reihe 38.10

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38 2884 im Verkehrsmu­seum Nürn­berg

[12.Februar 2017]

Das Stan­dard­w­erk zur preußis­chen P8, der späteren Bau­reihe 38.10, liegt jetzt in einer Neuau­flage vor! Mit unserem Bild­beitrag erin­nern wir an den Bau der bekan­nten Bau­reihe in der Lok­fab­rik Bor­sig.

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Vor 110 Jahren, 1906, begann bei den deutschen Lok­fab­riken der Bau der preußis­chen P 8, der späteren Per­so­nen­zu­gloko­mo­tive der Bau­reihe 38.10.

Diese Gat­tung gehört zu den erfol­gre­ichen Kon­struk­tio­nen Robert Garbes. Zwar ent­fiel bei der Serien­liefer­ung das von ihm noch vorge­se­hene Spitzführerhaus und die Höch­st­geschwindigkeit wurde von 110 auf 100 km/h reduziert, aber die so in Serie gegan­gene Lok erfüllte alle in sie geset­zten Erwartun­gen. Bis 1928 wurde etwa 3.800 Loko­mo­tiven gebaut, von denen die Preußis­che Staats­bahn allein 3.370 Loko­mo­tiven erhielt. Mehr als 3.000 Maschi­nen kamen zur Deutschen Reichs­bahn, und auch nach dem Krieg war die P 8 bei DB und DR nicht zu erset­zen. Die let­zten Exem­plare behaupteten sich noch bis in die siebziger Jahre des vorigen Jahrhun­derts.

Die tech­nis­chen Daten der Bau­reihe 38.10:
Bauart 2’Ch2  
Treib-/Kuppelraddurchmesser 1.750 mm
Laufrad­durchmesser 1.000 mm
Länge über Puffer 18.592 mm
Höch­st­geschwindigkeit 100 km/h
Ros­t­fläche 2,58
Ver­damp­fung­sheizfläche 143,28
Über­hitzer­heizfläche 58,90
Zylin­der­durchmesser 575 mm
Kol­ben­hub 630 mm

Die Lok­fab­rik A. Bor­sig G.m.b.H, Berlin-Tegel, gehörte zu den Her­stellern der preußis­chen P 8. In den ersten Jahren der Fer­ti­gung ent­stand dort eine hochin­ter­es­sante Postkartenserie, die den Titel „Der Werde­gang einer Loko­mo­tive“ trug. Ein Exem­plar dieser Serie ist uns erhal­ten geblieben, und wir freuen uns, Ihnen diese nach­ste­hend präsen­tieren zu kön­nen.

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Her­stel­lung einer Zylin­der­form. Diese Auf­nahme zeigt die Sand­form eines Loko­mo­tivzylin­ders, aus der das Mod­ell, das zum Ein­for­men gedi­ent hat, bere­its ent­fernt ist. Um ein Stück gießen zu kön­nen, bedarf es zunächst der Her­stel­lung eines Mod­ells aus Holz, nach der dann aus Sand oder Lehm die Guss­form hergestellt wird. Die Mod­elle müssen sehr genau der Zeich­nung entsprechen, sie müssen auch so hergestellt sein, dass sie sich leicht aus den For­men nehmen lassen. Ferner muss der Mod­elltischler bei der Anfer­ti­gung eines Mod­ells mit dem Schwinden des Mate­ri­als rech­nen. 

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Die Bear­beitung der Zylin­der in der mech­a­nis­chen Werk­statt erfolgt je nach den zu bear­bei­t­en­den Teilen auf der Drehbank, der Fräs-, der Hobel– oder der Bohrmas­chine. Unser Bild zeigt einen Zylin­der, bei dem der Kol­ben­schieberkas­ten auf einer Bohrbank aus­ge­bohrt wird. Die Lauf­fläche des Zylin­ders wird auf der­sel­ben Mas­chine ohne Umspan­nen eben­falls bear­beitet, so dass eine genaue Lage der Mit­ten gewährleis­tet wird.

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Der Dampfkessel einer Loko­mo­tive besteht aus zwei Haupt­teilen, dem Hin­terkessel und dem Rund­kessel. Der Hin­terkessel besteht aus dem äusseren Stehkessel und der inneren Feuer­büchse, in der die Ver­bren­nung stat­tfindet. Beide sind im unteren Teil durch den Boden­ring ver­bun­den. Das Bild zeigt das Schweißen eines solchen Boden­ringes.

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Dieses Bild zeigt das Fräsen eines Boden­ringes auf einer großen Fräs­mas­chine, die gle­ichzeitig mit zwei Fräsern arbeitet.