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EK Dezember 2017

Eisenbahn-Kurier Dezem­ber 2017

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Volkhard Stern

Reichspost-Album

Pos­tom­nibusse der 30er Jahre

Reichspost-Album – Bestellnr. 6581Vor 110 Jahren, am 1. Juni 1905, begann die Post mit dem Auf­bau eines mod­er­nen, motorisierten Omnibusverkehrs in ganz Deutsch­land – die Zeit der guten alten Pfer­de­postkutsche war zu Ende. Nach Ende des Ersten Weltkriegs entwick­elte sich die Kraft­post schnell zum wichtig­sten und bedeu­tend­sten Verkehrsmit­tel auf der Land­straße.

Über­all dort, wo keine Schienen lagen, ergänzten die gel­ben Post­busse die Eisen­bahn und nah­men neben der Beförderung von Fahrgästen zugle­ich auch die Verteilung von Post und Paketen wahr. Kurz vor Aus­bruch des Zweiten Weltkriegs kon­nte die Deutsche Reich­spost beein­druck­ende Zahlen (Stand 1938) aufweisen:

     3.095 Lin­ien
     81.984 km Lin­ien­länge
     127,4 Mio. Fahrgäste im Jahr
     131,1 Mio. km Jahres­fahrleis­tung
     6.145 Kraftom­nibusse

Damit war die Deutsche Reich­spost — nach der Deutschen Reichs­bahn — zweit­größtes Verkehrsun­ternehmen in Deutsch­land und größter Omnibus­be­trieb in ganz Europa. Die Vielfalt beim Wagen­park war enorm und äußerst abwech­slungsre­ich, eine Stan­dar­d­isierung steckte erst in den Anfän­gen. Für den Fahrzeuglieb­haber ist die Menge der Marken und Typen aus­ge­sprochen reizvoll, auch bei den schon damals führen­den Her­stellern Mercedes-Benz und Büss­ing mit ihrem leg­endären Image. Ein beson­derer Reiz liegt im flächen­deck­enden Ein­satz der Kraft­post im gesamten Deutschen Reich, seinen noch unz­er­störten Dör­fern, Städten und Land­schaften von Ost­preußen über Schle­sien, den Küsten von Nord– und Ost­see bis zu den bay­erischen Bergen. Viele unveröf­fentlichte, hochkarätige Auf­nah­men doku­men­tieren diese Zeit.

Dun­kle Schat­ten wur­den schon 1934 offenkundig, als die Post ihre alte Tra­di­tions­farbe Gelb auf­gab und als eil­fer­tiges Zugeständ­nis an das „Dritte Reich“ alle Briefkästen, Tele­fonzellen und auch die Pos­tom­nibusse rot lack­ierte. 1938 kam die öster­re­ichis­che Kraft­post in Folge des „Anschlusses der Ost­mark“ hinzu, das gesamte Land Öster­re­ich gehörte nun zur Deutschen Reich­spost. Der Zweite Weltkrieg hatte ver­heerende Fol­gen, auch für den hohen tech­nis­chen und organ­isatorischen Stand der Kraft­post. Das Per­sonal wurde zum Mil­itär einge­zo­gen, Fahrzeuge zur Wehrma­cht requiri­ert, der Lin­ien­be­trieb durch Kraft­stoff­man­gel drastisch eingeschränkt — und das bei höheren Verkehrsan­forderun­gen denn je. Im Mai 1945 stand die Kraft­post, genau 40 Jahre nach ihrer Grün­dung, fast wieder am Nullpunkt.

Das neue EK-Buch schildert in beein­druck­enden Bildern die Geschichte der Deutschen Reich­spost als bedeu­tend­ster Straßen-Verkehrsbetrieb der Vorkriegszeit mit allen seinen Beson­der­heiten. Eine Geschichtsstunde für Verkehrs– und Fahrzeugfre­unde, Posthis­toriker und all diejeni­gen, die sich über die Zusam­men­hänge des deutschen Verkehr­swe­sens in den zwanziger und dreißiger Jahren informieren möchten.

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