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Alstom: Erfol­gre­iche 1.Testfahrt Wasser­stof­fzug Cora­dia iLint

x520170314 iLint 800x320Foto: Alstom

Alstom hat heute die erste Test­fahrt mit dem weltweit einzi­gen brennstof­fzel­len­be­triebe­nen Per­so­nen­zug Cora­dia iLint erfol­gre­ich bei 80 km/h auf seiner werk­seige­nen Test­strecke in Salzgit­ter (Nieder­sach­sen) durchge­führt. In den kom­menden Monaten folgt eine umfan­gre­iche Testkam­pagne in Deutsch­land und Tschechien, bevor der Cora­dia iLint Anfang 2018 auf der Strecke Buxtehude–Bremervörde–Bremerhaven–Cuxhaven in den Probe­be­trieb mit Fahrgästen geht.

Die vier­wöchi­gen Test­fahrten, die gegen­wär­tig in Salzgit­ter laufen, sollen die Sta­bil­ität des Energiev­er­sorgungssys­tems bestäti­gen, das sich auf das abges­timmte Zusam­men­spiel zwis­chen Antrieb, Brennstof­fzelle und Bat­terie des Fahrzeuges stützt. Die Brem­sleis­tung wird auch getestet, um die Schnittstelle zwis­chen der pneu­ma­tis­chen und der elek­trischen Bremse zu prüfen.

Der Cora­dia iLint ist weltweit der erste Niederflur-Personenzug, der mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle betrieben wird, die elek­trische Energie für den Antrieb erzeugt. Dieser kom­plett emis­sions­freie Zug ist geräuscharm und gibt lediglich Wasser­dampf und Kon­denswasser ab.  Der Cora­dia iLint zeich­net sich durch mehrere ver­schiedene Inno­va­tio­nen aus: saubere Energieumwand­lung, flex­i­ble Energiespe­icherung in Bat­te­rien sowie smartes Man­age­ment von Antrieb­skraft und ver­füg­barer Energie. Basierend auf Alstoms Flag­gschiff, dem Dieselzug Cora­dia Lint, ist der Cora­dia iLint beson­ders geeignet für den Ein­satz auf nichtelek­tri­fizierten Strecken. Er ermöglicht einen nach­halti­gen Zug­be­trieb unter Beibehal­tung einer hohen Zugleis­tung.

Diese Test­fahrt ist ein wichtiger Meilen­stein für Umweltschutz und tech­nis­che Inno­va­tion. Mit dem Cora­dia iLint und seiner Brennstoffzellen-Technologie ist Alstom der erste Schienen­fahrzeugher­steller, der eine emis­sions­freie Alter­na­tive für Nahverkehrszüge bietet. Heute ist dieses neue Antrieb­ssys­tem, das bis­lang erfol­gre­ich auf dem Prüf­s­tand erprobt wurde, erst­ma­lig in einem Zug im Ein­satz – ein entschei­den­der Schritt für saubere Mobil­ität in Europa“, sagte Didier Pfleger, Sprecher der Geschäfts­führung von Alstom Deutsch­land und Öster­re­ich.

x5FullSizeRenderDer Zug wurde erst­mals auf der Inno­Trans in Berlin präsen­tiert. Foto: Dierk Lawrenz

Die Test­fahrten erfol­gen auf der werk­seige­nen Strecke in Salzgit­ter bei 80 km/h und in Velim (Tschechien) bei bis zu 140 km/h, der Höch­st­geschwindigkeit des Cora­dia iLint. Für Testzwecke wurde in Salzgit­ter eine mobile Tankstelle errichtet, die den gas­för­mi­gen Wasser­stoff in den Druck­spe­icher des Cora­dia iLint pumpt. Der für die Test­fahrten ver­wen­dete Wasser­stoff ist das Neben­pro­dukt eines indus­triellen Prozesses und wird hier als Abfall­pro­dukt sin­nvoll weit­er­ver­wen­det. Langfristig unter­stützt Alstom die Wasser­stof­fgewin­nung aus Wind­kraft.

Die sta­tis­che Inbe­trieb­nahme hat das Fahrzeug bere­its erfol­gre­ich durch­laufen: Alle elek­trischen und pneu­ma­tis­chen Funk­tio­nen wur­den im Still­stand über­prüft und bestätigt. Der TÜV Süd hat die Sicher­heit der Bat­terie, des Druck­spe­ich­er­sys­tems und der Brennstof­fzelle für die kom­menden Test­phasen attestiert.  

Der Cora­dia iLint wurde von den Alstom-Teams in Salzgit­ter, Alstoms Kom­pe­tenzzen­trum für Region­alzüge, in Tarbes (Frankre­ich), Alstoms Kom­pe­tenzzen­trum für Antrieb­ssys­teme, und in Ornans (Frankre­ich) für die Motoren, entwick­elt. Dieses Pro­jekt prof­i­tiert von der Unter­stützung des Bun­desmin­is­teri­ums für Verkehr und dig­i­tale Infra­struk­tur. Alstom hat bere­its Absicht­serk­lärun­gen für 60 Züge mit den Bun­deslän­dern Nieder­sach­sen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und dem hes­sis­chen Auf­gaben­träger Rhein-Main-Verkehrsverbund unterze­ich­net.

Quelle: Alstom