Ein­wei­hung des Gedenko­rtes denk.mal Han­nover­scher Bahn­hof in der HafenCity

x5IMG 7012Der Ausstel­lugspavil­lon am Lohse­platz in Ham­burg. Foto: Dierk Lawrenz

Der Gedenkort denk.mal Han­nover­scher Bahn­hof markiert einen Meilen­stein in der Erin­nerungskul­tur Ham­burgs und erin­nert namentlich an mehr als 8.000 deportierte Ham­burger Juden, Roma und Sinti.

Vertreterin­nen und Vertreter der Opfer­ver­bände wirk­ten von Anfang an am Entwick­lung­sprozess des Gedenko­rtes mit. Das Konzept, das aus drei Ele­menten besteht, wurde von der Kul­turbe­hörde und der HafenCity Ham­burg GmbH im Rah­men eines Freiraumwet­tbe­werbs für den Lohsep­ark in der HafenCity entwick­elt.

x54FullSizeRender 3Die Fuge zwis­chen Lohse­platz und dem neuen Gedenkort. Foto: Dierk Lawrenz
 Am 10. Mai 2017 wird der Gedenkort am his­torischen Bahn­stei­gre­likt von Ham­burgs Erstem Bürg­er­meis­ter Olaf Scholz mit einem Fes­takt eröffnet. Rund um die Ein­wei­hung gibt es für alle Inter­essierten ein umfan­gre­iches Pro­gramm mit Zeitzeu­genge­sprächen, Vorträ­gen und Führun­gen. Dr. Carsten Brosda, Sen­a­tor für Kul­tur und Medien, stellte heute die Konzep­tion und das Eröff­nung­spro­gramm des Gedenko­rtes denk.mal Han­nover­scher Bahn­hof zusam­men mit Prof. Jür­gen Bruns-Berentelg, Vor­sitzen­der der Geschäfts­führung der HafenCity Ham­burg GmbH, und Land­schaft­sar­chitekt Prof. Gün­ther Vogt vor.
Dr. Carsten Brosda, Sen­a­tor für Kul­tur und Medien: „Mit dem Gedenkort denk.mal Han­nover­scher Bahn­hof markieren wir den Ort, von dem mehr als 8.000 Ham­burg­erin­nen und Ham­burger zwis­chen 1940 und 1945 in die Konzen­tra­tions– und Ver­nich­tungslager deportiert wur­den. Hier entsteht der erste Erin­nerung­sort in Deutsch­land, der sowohl jüdis­chen Opfern wie auch den Opfern der Roma und Sinti gle­icher­maßen gewid­met ist. Erin­nerung braucht solche Orte und Anlässe mit­ten im Leben, um das Vergessen zu ver­hin­dern. Mit dem denk.mal Han­nover­scher Bahn­hof übern­immt Ham­burg his­torische Ver­ant­wor­tung und stellt sich ihr auch in Gegen­wart und Zukunft.“

x53456FullSizeRenderDer neue Gedenkort liegt direkt an den Per­so­nen­zug­gleisen zwis­chen den Norderelb­brücken und dem Ham­burger Haupt­bahn­hof. Foto: Dierk Lawrenz
Prof. Jür­gen Bruns-Berentelg, Vor­sitzen­der der Geschäfts­führung der HafenCity Ham­burg GmbH: „Mit dem Gedenkort, dem Lohsep­ark mit Fuge und der neuen Stadt­to­pografie sowie später mit dem Doku­men­ta­tion­szen­trum wird ein einzi­gar­tiger, würde­voller und zugle­ich all­t­agstauglicher urbaner Ort des Gedenkens an die Depor­ta­tio­nen mit­ten in Ham­burg geschaf­fen.“

Prof. Gün­ther Vogt, Vogt Land­schaft­sar­chitek­ten: „Einge­bet­tet in den volksparkähn­lichen Lohsep­ark sind der ehe­ma­lige Bahn­hof­ssteig, der Platz und die Fuge ein Ein­schnitt in die heutige Topogra­phie. Sie sind aber auch ein Ein­schnitt in die Geschichte und stellen die Verbindung zwis­chen gelebter Stadt heute und his­torischer Stadt damals dar.“
72 Jahre nach Abfahrt des let­zten Depor­ta­tion­szugs vom dama­li­gen Han­nover­schen Bahn­hof, am heuti­gen Ort des Lohsep­arks, markiert das denk.mal Han­nover­scher Bahn­hof inmit­ten der HafenCity den tiefen Ein­schnitt in die Stadt­geschichte, den die Ver­fol­gung, Entrech­tung und Ermor­dung von Juden, Roma und Sinti durch die Nation­al­sozial­is­ten und die Ham­burger Behör­den für die Stadt bis heute bedeutet.
Der Gedenkort besteht aus drei Ele­menten. Die so genan­nte Fuge führt vom ehe­ma­li­gen Bahn­hofsvor­platz quer durch den Park bis zum his­torischen Bahn­steig 2 und zeich­net den ein­sti­gen Gleisver­lauf nach. Die Fuge ist im Som­mer 2016 zusam­men mit dem gesamten Lohsep­ark eröffnet wor­den. Am 10. Mai 2017 wird nun der zen­trale his­torische Gedenkort am unter Denkmalschutz ste­hen­den Bahn­stei­gre­likt eingeweiht. Namen­stafeln erin­nern an die mehr als 8.000 von hier aus deportierten Juden, Sinti und Roma. Kom­plet­tiert wird das denk.mal Han­nover­scher Bahn­hof schließlich mit einem Doku­men­ta­tion­szen­trum, das in visueller Beziehung zum his­torischen Gedenkort in das Erdgeschoss eines entste­hen­den Büro­ge­bäudes einziehen wird.
Seit 2007 beschäftigten sich Kul­turbe­hörde und HafenCity Ham­burg GmbH inten­siv mit der Fragestel­lung, wie die Markierung des his­torischen Ortes der Depor­ta­tio­nen in die fortschre­i­t­en­den Pla­nun­gen der HafenCity einge­bun­den wer­den kon­nten. In die Diskus­sion­sprozesse und Pla­nungss­chritte sind die Opfer­ver­bände Jüdis­che Gemeinde in Ham­burg, Roma und Cinti Union, Lan­desverein der Sinti in Ham­burg und das Auschwitz-Komitee von Beginn an einge­bun­den. Im Zuge dieses öffentlichen Diskus­sion­sprozesses wurde das städte­bauliche Konzept des Mas­ter­plans der HafenCity im Jahr 2008 angepasst. Hatte die ursprüngliche Pla­nung im Osten des Lohsep­arks durchge­hende Gebäude vorge­se­hen, deutet heute die diag­o­nal ver­laufende Fuge den ein­sti­gen Gleisver­lauf an  und der Stad­traum öffnet sich in Rich­tung der heuti­gen Bah­n­gleise.


Ein­wei­hung des Gedenko­rtes mit Rah­men­pro­gramm

Die Ein­wei­hung des Gedenko­rtes wird begleitet von einem sieben­tägi­gen Ver­anstal­tung­spro­gramm. Dazu gehören neben der feier­lichen Eröff­nung des denk.mal Han­nover­scher Bahn­hof am 10. Mai 2017 durch Ham­burgs Ersten Bürg­er­meis­ter Olaf Scholz unter anderem Gespräche mit Zeitzeu­gen am Vor­mit­tag des 11. und 12. Mai 2017, the­men­be­zo­gene musikalis­che Ver­anstal­tun­gen an den Aben­den des 12. und 13. Mai und Führun­gen zum Gedenkort am Woch­enende 13. und 14. Mai. Die Ver­anstal­tun­gen sind für alle Inter­essierten offen (zum Teil nach vorheriger Anmel­dung). Das Pro­gramm ist abruf­bar unter diesem Link.

Quelle: Freie und Hans­es­tadt Ham­burg
Behörde für Kul­tur und Medien