DB: Schu­lung für den Not­fall im Neubau-Tunnel Bleßberg

xIMG 3111Licht im Tun­nel: Die Feuer­wehrleute bei der Not­fal­lübung. Foto: F.Thürmer

Im 8. 314 Meter lan­gen Tun­nel Bleßberg im Thüringer Land­kreis Son­neberg wur­den am ver­gan­genen Sonnabend (29.4.2017) vor Ort die zuständi­gen Ret­tungskräfte unter prax­is­na­hen Bedin­gun­gen geschult. Alle Ele­mente der Sit­u­a­tion eines Not­falls – ein­schließlich des Zuges – sind vorhan­den. Im Tun­nel steht ein ICE-TD. Diese Übung ist die vierte von zehn der­ar­ti­gen Ver­anstal­tun­gen ent­lang der 107 Kilo­me­ter lan­gen Neubaus­trecke Ebensfeld-Erfurt bis zur kom­merziellen Inbe­trieb­nahme des Pro­jek­tes Nürnberg-Berlin (VDE8) im Dezem­ber dieses Jahres. Die Übun­gen sind Höhep­unkt der vor vie­len Monaten begonnenen Zusam­me­nar­beit der DB AG mit den zuständi­gen Not­fall­stellen der Län­der, Land­kreise und Kom­munen für das Sicher­heits­man­age­ment, wenn die Strecke in Betrieb geht.

xIMG 3113Foto: F.Thürmer

Bere­its während der etwa 10jährigen Bauphase hatte ein spezielles Not­fal­lkonzept funk­tion­iert. Am Sonnabend wer­den an sechs Sta­tio­nen Übun­gen der Feuerwehr-Tunnelbasiseinheiten (TBE) durchge­führt. Geübt wird mit sieben TBE von Feuer­wehren der Land­kreise Son­neberg und Saalfeld-Rudolstadt. Über 300 Ret­tungskräfte trainieren den Umgang u. a. mit diesen Ret­tung­sein­rich­tun­gen: Löschwasser­be­häl­ter sowie Saug– und Lüf­tungsleitun­gen, Löschwasser­schieber, Oberleitungsspannungs-Prüfeinrichtung (OLSP), ver­schiedene Bedi­entableaus. Geübt wird das Ret­ten von Ver­let­zten aus einem ICE, der Patien­ten­trans­port, die Fremd– und Selb­stret­tung im Tun­nel und prak­tis­che Tests mit Roll­palet­ten, der Löschangriff am Zug (tocken), der Umgang mit den Melde– und Alarmierungswe­gen. Übungsziel ist es, den Ret­tung­sein­satz an den Anla­gen vor Ort zu trainieren und die Anla­gen ken­nen­zuler­nen. Die Tun­nel­ba­si­sein­heiten sollen sicher mit geübten Abläufen han­deln kön­nen. Eine Tun­nel­ba­si­sein­heit besteht max­i­mal aus 27 Ein­satzkräften mit vier bis fünf Ein­satz­fahrzeu­gen. Die Herkunft der Basi­sein­heiten ori­en­tiert sich an der Lage des Bauw­erkes.

Das Verkehrspro­jekt Deutsche Ein­heit (VDE) Nr. 8 umfasst die Aus– und Neubaus­trecke zwis­chen Nürnberg–Erfurt–Leipzig/Halle und Berlin. Finanziert wird es vom Bund, der Europäis­chen Union und der Bahn. Die Investi­tion beträgt etwa 10 Mil­liar­den Euro. Die neue Bahn-Verbindung ermöglicht nach Fer­tig­stel­lung eine Reisezeit von München nach Berlin in etwa 4 Stun­den und bietet eine umwelt­fre­undliche Trasse für den Güter­verkehr. Mit der Fer­tig­stel­lung der Neubaus­trecke Ebensfeld-Erfurt ist die Verbindung Ende 2017 kom­plett betrieb­s­bereit. Infos auch unter www.vde8.de, @vde8aktuelles

xIMG 3114Foto: F.Thürmer

Bauliche und aus­rüs­tung­stech­nis­che Not­fal­lvor­sorge

•    Eine Röhre mit zwei Gleisen, Notaus­gänge alle 1000 m entweder über Ret­tungsstollen oder Flucht­trep­pen­häuser (Schächte)
•    Schleusen mit min. 12 m Länge an den Notaus­gän­gen mit druck­dichter Pen­deltür mit Panikver­schluss
•    seitlicher Ret­tungsweg min. 1,20 m
•    Ret­tungsz­u­fahrt über jedes Por­tal
•    Ret­tungsplatz­größe je Por­tal von 1.500
•    Befahrbarkeit Feste Fahrbahn durch Feuer­wehrfahrzeuge
aus­rüs­tung­stech­nis­che Ausstat­tung, u. a.
•    Löschwasserver­sorgung, Trock­en­leitung, Löschwasser­be­häl­ter
•    Trans­porthil­fen (Roll­palet­ten) an Portalen/Querschlägen
•    Elek­tran­ten alle 125 m
•    Notruf­fern­sprecher je Por­tal
•    Hand­lauf
•    Not­beleuch­tung mit Schal­tern alle 62,5 m
•    Fluchtwegkennze­ich­nung alle 50 m
•    dig­i­taler BOS-Funk (mehrere Redun­danzen)
Den Feuer­wehren zur Ver­fü­gung gestellte Aus­rüs­tung. u. a.
•    Ein­satz­fahrzeuge
•    Atem­schutzgeräte

Quelle: Deutsche Bahn

Unser DVD-Tipp:

Unkerrtjhrmnsaown

Über diese Übung wer­den wir in der Aus­gabe 132 des Video-Kurier berichten, der unter diesem Link bestellt wer­den kann.