Fer­n­verkehrs­fahrplan 2018: Die größte Ange­botsverbesserung in der Geschichte der Deutschen Bahn

xDB154299Der ICE 3 der Bau­reihe 403 ist mit dem Zugsicherungssys­tem ETCS aus­ges­tat­tet. Im Test­be­trieb bis zu 300 km/h geht es auf der neuen Strecke durch Deutsch­lands Mitte. Foto (Erfurt Hbf): Kai Michael Neuhold / Deutsche Bahn AG

Mit dem Fahrplan­wech­sel am 10. Dezem­ber prof­i­tieren viele Reisende von der größten Ange­botsverbesserung in der Geschichte der Deutschen Bahn (DB). Schneller und kom­fort­abler auf der Schiene unter­wegs: Mit der neuen Schnell­fahrstrecke Berlin–München, dem neuen Drehkreuz Erfurt, dem Start des ICE 4 und mehr inter­na­tionalen Verbindun­gen. Die Fer­n­verkehrspreise steigen dabei um durch­schnit­tlich 0,9 Prozent und bleiben damit unter der Infla­tion­srate. Die Tick­ets für das neue Fahrplanange­bot kön­nen ab mor­gen über alle Verkauf­skanäle gebucht wer­den.

Bir­git Bohle, Vor­standsvor­sitzende DB Fer­n­verkehr: „Diese Ange­botsverbesserung bedeutet einen Quan­ten­sprung im innerdeutschen Fer­n­verkehr. Wir rech­nen mit einer Ver­dopplung unserer Fahrgastzahlen zwis­chen Berlin und München auf 3,6 Mil­lio­nen Reisende im Jahr. Das neue Fahrplanange­bot ist ein weit­eres Ergeb­nis unseres Konz­ern­pro­gramms Zukunft Bahn, mit dem wir das Reisen für unsere Kun­den kom­fort­abler und ver­lässlicher machen.“

Die DB schließt mit der Fer­tig­stel­lung des let­zten Bauab­schnitts an der Schnell­fahrstrecke Berlin–München eine der let­zten großen Lücken im deutschen Hochgeschwindigkeit­snetz. Unter anderem verkürzt sich die Reisezeit zwis­chen der Bun­des– und Lan­deshaupt­stadt um zwei Stun­den auf dann 3:55 Stun­den. Damit wird der Zug abso­lut wet­tbe­werb­s­fähig zum Flugzeug oder Auto. Über die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke wer­den 35 ICE-Züge pro Tag mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 300 Stun­denkilo­me­tern fahren. An Werk­ta­gen wird die DB bis zu 10.000 zusät­zliche Sitz­plätze zwis­chen Berlin und München anbi­eten und dafür vor allem län­gere Züge ein­set­zen. Täglich ermöglichen drei ICE Sprinter-Züge je Rich­tung Fahrten zwis­chen Berlin und München in unter vier Stun­den. Die stündlichen ICE-Verbindungen zwis­chen Berlin und München, die weit­ere Zwis­chen­halte bedi­enen, benöti­gen kün­ftig nur noch rund 4:30 Stun­den. Die Eröff­nung der neuen Schnell­fahrstrecke Berlin–München macht sich auch auf touris­tis­chen Verbindun­gen bemerk­bar. Dank der kürz­eren Reisezeiten nach München sind Reisende zum Beispiel aus Berlin deut­lich schneller in den Alpen: schon ab 5:50 Stun­den Reisezeit nach Kempten und Garmisch. Auch Tirol und das Salzburger Land, die bedeu­tend­sten Urlaub­sre­gio­nen Öster­re­ichs, erre­icht man kün­ftig schneller. Gle­ichzeitig kön­nen sich Reisende aus Bay­ern über kürzere Reisezeiten über Berlin bis an die Ost­seeküste freuen.

Ins­ge­samt 17 Mil­lio­nen Men­schen wer­den ent­lang der Schnell­fahrstrecke von kürz­eren Reisezeiten und neuen Direk­tverbindun­gen prof­i­tieren.

Erfurt wird ab Dezem­ber mit exzel­len­ten Verbindun­gen zum neuen Drehkreuz im mit­teldeutschen Zugverkehr. Täglich wer­den dort 80 ICE-Züge hal­ten, pro Stunde wird je ein Fer­n­verkehrszug in alle vier Him­mel­srich­tun­gen abfahren. Neue und schnellere Direk­tverbindun­gen führen zum Beispiel nach Stuttgart, Nürn­berg und Ham­burg. Auch Berlin ist kün­ftig umsteige­frei nahezu im Halb­stun­den­takt erre­ich­bar.

Zwis­chen Berlin und Frank­furt wird es kün­ftig 35 Prozent mehr direkte ICE­Verbindun­gen geben: bis zu zwei Fahrten pro Stunde – ein­mal via Braun­schweig und ein­mal via Erfurt.

Auch auf anderen Rela­tio­nen fahren Reisende kün­ftig häu­figer umsteige­frei, z.B. von Leipzig nach Mannheim und Stuttgart.

Auf der Gäubahn wird ein gemein­sam mit dem Land Baden-Württemberg vere­in­bartes Ange­bot­skonzept real­isiert: Die IC-Verbindungen zwis­chen Stuttgart, Sin­gen und Zürich ver­dop­peln sich und verkehren damit stündlich. Dabei wer­den zwis­chen Stuttgart, Sin­gen und Kon­stanz auch alle Nahverkehr­stick­ets anerkannt. Alle zwei Stun­den wer­den zwis­chen Stuttgart und Sin­gen auch die neuen, mod­er­nen Inter­city 2-Züge einge­setzt – mit Anschluss in Sin­gen nach Zürich.

Das Reisen von Frankfurt/Main nach Wien wird ab dem 10. Dezem­ber rund 25 Minuten schneller. Die Reisezeit verkürzt sich auf der zweistündlichen ICELinie von Frank­furt nach Wien auf unter 6:30 Stun­den und von Nürn­berg nach Wien auf 4:15 Stun­den.

Für Reisende in den Süden gibt es ab Dezem­ber ein­mal täglich eine kom­fort­able Direk­tverbindung in ICE-Qualität von Deutsch­land ins Tessin und nach Ital­ien. Von Frankfurt/Main startet die neue Verbindung um 8:01 Uhr nach Mai­land — opti­mal für Touris­ten. In Mai­land kön­nen Reisende die umsteige­freie Verbindung nach Frank­furt um 11:23 Uhr nutzen. Die Fahrzeit liegt wie bei heuti­gen Umsteige­verbindun­gen bei 7:30 Stun­den.

Ent­lang der Mosel wird es ein­mal am Tag wieder eine umsteige­freie Verbindung mor­gens von Lux­em­burg und Trier nach Bonn, Köln und Düs­sel­dorf geben – nach­mit­tags retour. Hier­für wird ein RE-Zugpaar Luxemburg–Koblenz als IC von/nach Düs­sel­dorf ver­längert. Auf der Mosel­strecke gilt weit­er­hin der Nahverkehrstarif.

Nach fast zwölf Monaten im Probe­be­trieb nimmt der ICE 4 den Regel­be­trieb auf. Ab Dezem­ber 2017 wer­den fünf ICE 4-Züge auf den Verbindun­gen zwis­chen Ham­burg und Stuttgart sowie Ham­burg und München fahren. Auf diesen nach­frages­tarken Strecken reisen mehr als 10.000 Reisende pro Tag und damit etwa drei Prozent aller Fahrgäste des Fer­n­verkehrs.

Die Preise der Bah­n­Card 25 und 50 bleiben im vierten Jahr in Folge sta­bil. Auch die Sparpreise und Kosten für Reservierun­gen ändern sich nicht. Die Bah­n­Card 50 wird kün­ftig auch bei Nutzung von Sparprei­stick­ets mit An– und Weit­er­reise im Nahverkehr anerkannt und bietet dort 25 Prozent Rabatt. Weit­er­hin sind 19,90-Euro-Sparpreis-Aktionen mit zusät­zlichen Kontin­gen­ten geplant.

Die Flex­preise steigen in der 2. Klasse um durch­schnit­tlich 1,9 Prozent, in der 1. Klasse um durch­schnit­tlich 2,9 Prozent. Bohle: „Das Sys­tem der unter­schiedlichen Flex­preise an aus­gewählten Tagen im Jahr hat sich bewährt und wird fort­ge­setzt.“ Von den Erhöhun­gen ausgenom­men bleiben die am stärk­sten genutzten Strecken über die Verbindung Karlsruhe–Basel, zum Beispiel Frankfurt/Main–Basel. Grund sind die jüng­sten Ein­schränkun­gen während der Rhein­tal­bahnsper­rung. Erhöhun­gen gibt es auch bei den Strecken­zeitkarten und der Bah­n­Card 100. Hier steigen die Preise um durch­schnit­tlich 1,9 Prozent. In Summe ändern sich damit die Preise um durch­schnit­tlich 0,9 Prozent.

Die neuen Preise gel­ten ab Fahrplan­wech­sel am 10. Dezem­ber. Wer bis zum 9. Dezem­ber seine Reise bucht, fährt noch zu den alten Preisen.

xDB151741Ein ICE T passiert die 203 Meter lange Rehtal­brücke.
Foto: Frank Barteld / Deutsche Bahn AG

Quelle: Deutsche Bahn AG