Rostock: Die neue Straßenbahngeneration ist eingetroffen
Foto: Stadler
[23.2.2025] Die erste TINA ist in Rostock angekommen: Der Name bzw. die Abkürzung steht für „Total
Integrierter Niederflur-Antrieb" und beschreibt das innovative und besonders
fahrgastfreundliche Fahrgastkonzept des Schweizer Schienenfahrzeugherstellers Stadler.
Die erste von insgesamt 29 Straßenbahnen dieses Typs ist nun in Rostock eingetroffen.
„Unsere Fahrgäste können sich auf topmoderne barrierefreie Straßenbahnen mit
umweltverträglichen Klimaanlagen, WLAN und einem großzügigen Innenraum freuen. Wir
beginnen jetzt mit den weiteren Maßnahmen für die Inbetriebnahme im Rostocker Streckennetz,
damit wir zum Jahresende die erste Bahn in den Linienverkehr schicken können“, freuen sich die
RSAG-Vorstände Yvette Hartmann und Jan Bleis.
„Mit den neuen Straßenbahnen macht die RSAG einen weiteren Schritt auf dem Weg in die
Zukunft des Nahverkehrs. Die Landesregierung unterstützt diese Investition in ein modernes,
nutzerfreundliches und nachhaltiges Verkehrssystem im Rahmen der Mobilitätsoffensive
Mecklenburg-Vorpommern mit knapp zehn Millionen Euro.
Ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr ist ein zentraler Baustein der Mobilitätswende. Mit
modernen Fahrzeugen, einer verbesserten Infrastruktur und flächendeckenden Angeboten im
Land machen wir den ÖPNV noch attraktiver und fit für die Zukunft“, betont die Staatssekretärin
im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Ines Jesse.
Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger unterstreicht: „Unsere Mobilität hat sich in Folge
der Pandemie und – zumindest in den urbanen Räumen – auch durch das Deutschlandticket
nachhaltig verändert. Das erleben wir täglich in unseren Straßenbahnen und Bussen. Mit den
neuen TINA-Bahnen und den in Leipzig sanierten Straßenbahnen setzen wir den Weg fort, den
Fahrzeugpark unserer Rostocker Straßenbahn AG zu modernisieren, und damit den
Erwartungen der Menschen, die auf Bahnen und Busse angewiesen sind, zu entsprechen. Aber
wir müssen auch feststellen, dass diese höhere Akzeptanz und die gestiegenen Energiepreise
den ÖPNV nicht billiger gemacht haben. Hier sind die Landesregierungen und die künftige
Bundesregierung in der Pflicht, denn wir Kommunen mit unseren Nahverkehrsbetrieben werden
diese Lasten nicht allein und dauerhaft schultern können.“
„Die Einführung der ersten TINA-Straßenbahn in Rostock markiert einen bedeutenden
Meilenstein für die Mobilität der Stadt. Dank der engen und erfolgreichen Zusammenarbeit mit
der Rostocker Straßenbahn AG konnten wir dieses zukunftsweisende Fahrzeug realisieren. Wir
freuen uns darauf, die nächsten Schritte gemeinsam zu gehen und Rostock mit modernen,
nachhaltigen und barrierefreien Straßenbahnen zu bereichern“, sagt Martin Alge, Bereichsleiter
der Auftragsabwicklung für Stadler in der Schweiz.
Linieneinsatz zum Jahresende 2025 geplant
Für die erste TINA beginnt nun die Inbetriebnahmephase, die in Deutschland für neue Fahrzeuge
unerlässlich ist. Die neue Bahn wird dafür regelmäßig im Rostocker Liniennetz unterwegs sein
und so auf die technische Abnahme vorbereitet. In dieser Zeit erfolgen umfangreiche Tests,
Bremsprüfungen, Streckenfahrten etc. und danach die Schulung der Fahrerinnen und Fahrer.
Voraussichtlich zum Jahresende 2025 soll die erste Bahn dieser Serie mit Fahrgästen durch
Rostock rollen und die klimafreundliche Verkehrswende in Rostock weiter vorantreiben.
Weitere Fahrzeuge folgen
Die Produktion aller Fahrzeuge erfolgt in Polen. Bis Mitte 2025 werden zwei weitere TINA-
Fahrzeuge auf dem RSAG-Betriebshof per Tieflader eintreffen. Alle übrigen Fahrzeuge folgen bis
Mitte 2027.
Die Neufahrzeuge ersetzen nach und nach einen Teil der im Betrieb befindlichen Bahnen vom
Typ 6N1, die aus den Jahren 1994 bis 1996 stammen und nach rund 30 Jahren Dauereinsatz in
Rente gehen.
Insgesamt 29 Straßenbahnen hat die RSAG bei Stadler bestellt. Das Gesamtauftragsvolumen
liegt bei rund 100 Millionen Euro. Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt die
Anschaffung der neuen Straßenbahnen mit 9,45 Millionen Euro.
Bequemer, leiser und umweltschonender mit den neuen Bahnen unterwegs
Bei der Entwicklung der neuen Fahrzeuggeneration wurde besonderes Augenmerk auf den
Fahrgastkomfort gelegt. So bieten die dreiteiligen voll klimatisierten Einrichtungsfahrzeuge auf
rund 32 Metern Fahrzeuglänge und einer Breite von 2,65 Metern Platz für 216 Fahrgäste, 75
davon auf Sitzplätzen. Die vollständig stufenlos begehbaren barrierefreien Fahrzeuge verfügen
über einen großzügigen Innenraum, der in vier geräumigen Mehrzweckbereichen die
komfortable Mitnahme von Kinderwagen oder Fahrrädern möglich macht. Maximale
Durchgangshöhen und Panoramafenster sorgen für ein offenes Raumgefühl und freien Ausblick.
Fahrgäste können in den USB-Ladeanschlüssen ihre mobilen Endgeräte während der Fahrt
laden. Moderne Doppel-TFT-Monitore sorgen für eine gut lesbare Fahrgastinformation. Um den
Fahrgästen einen kostenfreien Internetzugang anzubieten, werden die Fahrzeuge mit einem
Fahrgast-WLAN-System ausgerüstet. Wie alle Fahrzeuge der RSAG erhalten die neuen Bahnen
ein System zur Videoüberwachung und einen modernen, bargeldlosen Fahrscheinautomaten.
Vier speziell konstruierte Drehgestelle sorgen für eine hohe Laufruhe und schonen Rad und
Schiene. Eine wesentliche Innovation stellen verschiedene Fahrerassistenzsysteme dar:
Beispielsweise ein neuartiges Kollisionsschutzsystem, das die Sicherheit des
Straßenbahnbetriebs weiter erhöhen wird.
Die neuen Straßenbahnen können im gesamten Streckennetz der RSAG zum Einsatz kommen.
Vorzugsweise ist der Einsatz auf den Hauptlinien 1 und 5 vorgesehen. Für alle Interessierten lohnt
ein Blick in den RSAG-Straßenbahn-Blog: https://blog.rsag-online.de.
Die Rostocker Straßenbahn AG betreibt insgesamt 6 Straßenbahnlinien in der Hanse- und
Universitätsstadt Rostock. Die Bahnen der RSAG legen dabei jährlich rund 3,1 Millionen
Straßenbahnkilometer zurück.
Quelle/Fotos: Stadler