Erste TRAMLINK-Straßenbahn in Potsdam vorgestellt
Foto: Stadler
[24.3.2025] Die ViP Verkehrsbetrieb Potsdam und der Hersteller Stadler Rail haben heute die erste neue TRAMLINK-Straßenbahn für Potsdam den Vertreterinnen und Vertretern der Landeshauptstadt vorgestellt. Dies ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Alltagsbetrieb.
Der technische Geschäftsführer der ViP, Uwe Loeschmann, sagte: «Wir freuen uns, dass wir heute mit der TRAMLINK ein neues, innovatives Fahrzeug für unsere Straßenbahn-Flotte präsentieren können. Die TRAMLINK wird in den nächsten Jahrzehnten das Potsdamer Stadtbild mitprägen.
Für unser wichtigstes Ziel, in der wachsenden Stadt auch und in Zukunft einen leistungsfähigen und kundenorientierten öffentlichen Personennahverkehr anzubieten, werden die 13 TRAMLINK die erforderliche Kapazitätserweiterung bringen. Das Fahrzeug ist auf dem technisch neuesten Stand und bietet den Fahrgästen auch im Innenraum ein zeitgemäßes Ambiente. Die hundertprozentige Barrierefreiheit und die großen Türen erleichtern unseren Fahrgästen den Ein- und Ausstieg. Wir erhoffen uns künftig einen hohen Zuspruch und ein positives Echo der
Potsdamerinnen und Potsdamer.Oberbürgermeister Mike Schubert sagte: «Mit der neuen TRAMLINK-Straßenbahn verbessern wir
den öffentlichen Nahverkehr in Potsdam spürbar. Ich danke allen Beteiligten, die diesen wichtigen Schritt möglich gemacht haben. Die neuen Bahnen sind ein bedeutender Beitrag für eine moderne und umweltfreundliche Mobilität in unserer Stadt.»
Neben Oberbürgermeister Mike Schubert nahmen der Beigeordnete Bernd Rubelt, sowie die Mitglieder des Aufsichtsrats, die Geschäftsführung der Stadtwerke Potsdam, die Beauftragte für Menschen mit Behinderung der Landeshauptstadt, Tina Denninger, und die ehrenamtliche Kundenbeiratsvorsitzende, Kerstin Walter, an der Präsentation teil. Zu den Gästen gehörten auch der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin Brandenburg (VBB), Christoph Heuing, Vertreter des Eisenbahnbundesamtes als Technische Aufsichtsbehörde (TAB), sowie Vertreter der
am Projekt beteiligten Dienstleister der ViP.
CEO der Stadler Division Deutschland, Jure Mikolčić, sagte: «Wir freuen uns, gemeinsam mit dem ViP-Team die erste von insgesamt 13 neuen Straßenbahnen vom Typ TRAMLINK für Potsdam präsentieren zu können. Diese erste Straßenbahn hat eine lange Reise über
verschiedene Stadler-Standorte hinter sich: Angefangen bei der Rohbaufertigung in Polen, über die Montage in Spanien, kam das Fahrzeug auf dem Seeweg und über die Straße nach Potsdam. Damit ist die TRAMLINK eine echte Europäerin.»
In den kommenden Wochen werden zur Vorbereitung der Inbetriebnahme der TRAMLINK eine Reihe von Tests durchgeführt und weitere Aufgaben erledigt. Diese betreffen das neue Fahrzeug, aber auch das Fahrpersonal und das Werkstattpersonal der ViP.
Zu den Tests gehören Sicherheitsüberprüfungen wie Brems- und Funktest und Fahrten für die Prüfung des Lichtraumprofils. Geprüft wird, ob die vorgegebenen Spezifikationen eingehalten wurden.
Im Gleichrichterunterwerk, einer Art Trafostation für den Fahrstrom, wird die Stromaufnahme der neuen Straßenbahn im Oberleitungsnetz geprüft. Begutachtet werden außerdem alle Anlagen mit Kleinspannung und die Innenbeleuchtung, das fahrdynamische Verhalten und der Komfort, die elektromagnetische Verträglichkeit und die Lärmentwicklung des Fahrzeugs. Es erfolgen die
finale Prüfung des Türsystems und des Fahrgastinformationssystems, und es werden die ViP- Fahrkartenautomaten eingebaut.
Ein besonders wichtiger Schritt für die Vorbereitung des künftigen Regelbetriebs der TRAMLINK ist die Einweisung des ViP-Fahrpersonals. Ziel der Schulungen ist es, dass jeder der Straßenbahnfahrerinnen und -fahrer alle Potsdamer Straßenbahntypen fahren können, um eine
maximale Flexibilität beim Einsatz im Alltag zu erreichen.
Die neuen TRAMLINK-Fahrzeuge von Stadler für Potsdam zeichnen sich durch eine Vielzahl von besonderen Merkmalen aus, die den Fahrgastkomfort und die Effizienz des öffentlichen Nahverkehrs erheblich verbessern. Diese Straßenbahnen sind vollständig niederflurig und bieten
einen barrierefreien Zugang, was besonders für Personen mit eingeschränkter Mobilität von Vorteil ist.
Mit einer Länge von 42 Metern sind die TRAMLINK-Fahrzeuge rund 12 Meter länger als die bisher eingesetzten Variobahnen und bieten Platz für bis zu 246 Fahrgäste, davon 74 auf Sitzplätzen.
Der ebene Einstieg ist an insgesamt acht Türen möglich, was einen schnellen Fahrgastwechsel ermöglicht. Die hellen und geräumigen Innenräume sind durch breite Gänge und eine stufenlose Begehbarkeit des gesamten Fahrzeugs gekennzeichnet.
Besondere Aufmerksamkeit wurde auf die Bedürfnisse verschiedener Fahrgastgruppen gelegt. So gibt es spezielle Eltern-Kind-Sitze, die ausreichend Platz für kleine Fahrgäste und ihre Eltern bieten. Vier gesondert ausgewiesene Multifunktionsbereiche erleichtern die Beförderung von
Kinderwagen und Rollatoren, und zwei separate Bereiche sind für Rollstuhlfahrer vorgesehen. Die Präsentation der TRAMLINK lief unter dem Motto „Eine Europäerin für Potsdam – Die TRAMLINK Europatour“. Zuvor war das Fahrzeug an den Stadler-Werksstandorten im polnischen
Środa Wielkopolska und im spanischen Valencia gebaut worden, wo sich derzeit das zweite Fahrzeug in der Endmontage befindet. Valencia ist der Stadler-Standort, an dem die TRAMLINK- Reihe entwickelt wurde. Die künftige Produktion und Inbetriebnahme der für Potsdam bestellten
Fahrzeuge drei bis 13 wird an den Stadler-Standorten Berlin und Velten erfolgen.
Quelle: Stadler / ViP Verkehrsbetrieb Potsdam